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Quality made in Austria

Dos & Don'ts in Wien

Der folgende Text ist satirisch und jede Verbreitung für nicht kommerzielle Zwecke via Link ist erlaubt. Jede weitere Nutzung von ganz oder auszugsweise unterliegt dem Urheberrecht und ist daher ausschließlich für private Zwecke kostenlos erlaubt!

Allgemeines und Vorbemerkungen:
Bedenken Sie bitte, verehrte Leserin, geneigter Leser, dass Wienerinner und Wiener im Grunde unfreundliche, menschenfeindliche und mißgünstige Lebensformen sind.
Die Maske aus Höflichkeit, die Sie vielleicht für den Ausdruck guter Manieren halten mögen, verbirgt im allgemeinen lediglich eine tiefsitzende, üble Laune, die sich jederzeit Bahn brechen kann. Manche sagen, das läge am Wetter, an der Politik oder an den vielen Touristen. Einerlei, seien Sie sich jederzeit bewußt, Sie sind hier nicht gern gesehen und alle, denen Sie begegnen, wären eigentlich lieber allein auf der Welt. Natürlich geht das nicht, vor allem weil sich die Wienerinne und Wiener schnell langweilen und außerdem, über wen soll man schlecht reden, wenn niemand da ist. Man sieht sofort, dass dieses Dilemma unlösbar ist – auch daher die schlechte Laune. Man nennt das im Wienerischen übrigens Grant, die Tätigkeit grantln und den andauernden Seinszustand grantig (siehe auch „Wienerisch verstehen“).
Bitte nehmen Sie all das um Himmels Willen nicht persönlich, es trifft alle Anderen ebenso; der Grant ist demokratisch…
Was wir Ihnen höflichst vermitteln möchten ist nur Folgendes: nehmen Sie bitte Rücksicht auf die bedauernswerten Geschöpfe, die Ihnen begegnen werden, sie haben es schwer genug auch ohne Sie.
Und eins noch, so als allgemeine Vorbemerkung: Lärm ist für viele Völker dieser Erde ein Ausdruck von Lebensfreude und Fröhlichkeit. Für uns ist er eine Plage! Eben weil er anzeigt, dass andere Leute fröhlich sind.
Achja, ein Letztes vielleicht bevor wir ins Detail gehen: es ist unbedingter Bestandteil des Wiener Schmähs, nichts so zu sagen wie es gemeint ist. Die Doppeldeutigkeit ist immer und überall. Nehmen Sie bloß nichts für bare Münze was Sie hören oder lesen! Näheres dazu im Ratgeber für Wienerisch
Auf der Gasse:
Auf der Gasse oder noch schlimmer, auf der Straße begegnet man zwangsläufig anderen Menschen, was für Wienerinnen und Wiener ein beträchtliches Ärgernis darstellt. Wenn Sie hier Urlaub machen gehören Sie zu den Anderen und sind daher per definitionem ein Anlass für Grant. Wohlgemerkt nicht nur Sie, bitte nicht gleich beleidigt sein.
Der kultivierte Gast berücksichtigt hier ein paar einfache Verhaltensregeln:

Dos:

+ sich unsichtbar machen

+ demütig zur Seite treten

+ sich entschuldigen, wenn man angerempelt wird

Don`ts:
- auf seinem Wegerecht beharren

- womöglich laut werden

- unvermittelt stehen bleiben und fotografieren

Im Lokal:
In Lokalitäten jeder Art geht es im Wesentlichen um das Auftreten und den Umgang mit dem Servierpersonal, da man die Gäste selbst ja keinesfalls ansprechen sollte. Beim Betreten des Lokals ist auf größtmögliche Zurückhaltung zu achten, schließlich gehört es nicht Ihnen.
Ein leise gemurmelter Gruß ist akzeptabel, ein Nicken reicht aber völlig. Das amerikanische wait to be seated kann in Wien dazu führen, dass Sie Ihren Urlaub stehend neben der Türe verbringen – selbständig hinsetzen wird Ihnen zugemutet, Sollten Sie sich in Unkenntnis auf den Stammplatz eines Stammgastes gesetzt haben merken Sie das am plötzlichen Absinken der Raumtemperatur.
Zum Personal also: da dieses oft ein halbes Leben lang als Dienstleister tätig ist, also tagein, tagaus mit Menschen zu tun hat, ist es – sie erraten es schon – ausgesprochen grantig!! Sie haben jetzt die Wahl: entweder sich takt- und verständnisvoll zu verhalten oder man spuckt Ihnen in den Kaffee!
Was den Sonderfall des klassischen Wiener Kaffeehauses betrifft liegen die Dinge recht einfach. Unauffällig Platz nehmen und die Klappe halten bis Sie angeschnauzt werden.
Sollten Sie zu der seltenen, starrköpfigen Spezies gehören, die vom Personal Zuneigung erwartet, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Sie nehmen in der Stadt der Psychoanalyse eine der vielfältigen Therapien in Anspruch oder zweitens, Sie nehmen sich 5 bis 10 Jahre Zeit, kommen täglich zur selben Zeit ins Kaffeehaus, sitzen am gleichen Platz, bestellen das gleiche, geben fürstliche Trinkgelder und setzen den Ober als Alleinerben ein. Aber auch das hilft Ihnen gar nichts wenn er Sie einfach nicht mag …
Bleibt nebst unendlich vielen Feinheiten noch das leidige Thema des Bezahlens. Eingeleitet wird dieser heikle Prozess mit der allseits akzeptierten Formel: „Zahlen, bitte.“ Selbstverständlich diskret und unaufdringlich vorgetragen, wenn das Objekt der Begierde in Hörweite ist. Jede Wiederholung vor Ablauf einer Stunde führt unweigerlich zu finanziellen Strafmaßnahmen die schmerzhaft sein können.
Und in aller Deutlichkeit, Trinkgeld unter 10% der Rechnungssumme ist extrem prollig!
Ach eins noch: Vergleiche zwischen österreichischem und deutschem Bier, Wein etc. sollten Sie sich nur in Begleitung der gesamten GSG9 gestatten.
Sind Sie außerhalb von Wien unterwegs, also am Land, können wir Ihnen auch nicht helfen…
Zu Ihrem eigenen Besten, halten Sie sich in urbanem Umfeld an diese einfachen Überlebensregeln:

Dos:

+ Brav sein!

+ Das Personal kommt gleich nach dem lieben Gott, vergessen Sie das nicht.

+ Eine formvollendete Bestellung beginnt mit den geflüsterten Worten: „Entschuldigung, wären Sie bitte so freundlich mir ein .. zu bringen?“

Don`ts:

- „Hallo !“ Niemals, NIEMALS!! Das führt laut eigenem Erleben im günstigsten Fall zu der Antwort: „Der Hallo is a Rennpferd in der Freudenau!“ (Anm.: frühere Wiener Trabrennbahn)

- „Herr Ober !“ Warum ist unklar, aber sie hassen es alle!

- Alles über 10dB Schalldruck gilt als unfein! Benehmen Sie sich einfach wie in einer Kirche, nur ohne das Singen.

- „Ach bringen Sie doch mal einen ..“ führt zu lebenslangen Wartezeiten, Preisaufschlägen und Spucke im Getränk.

In öffentlichen Verkehrsmitteln:
Nicht sehr kompliziert, da die Möglichkeiten der Interaktion begrenzt sind. Im Allgemeinen werden Sie einsteigen, versuchen nicht totgetrampelt zu werden und bei der falschen Station wieder aussteigen. Soweit so leicht, aber - Sie sollten wissen und berücksichtigen, dass der durchschnittliche Bus oder Straßenbahnfahrer eigentlich fast Verkehrsminister ist und nur durch ein widriges Schicksal in diese unwürdige Existenz als Dienstleister (-> siehe Grant) geknechtet wurde.
Was die anderen Fahrgäste anbelangt bedenken Sie bitte immer: Pensionisten grundsätzlich, Mütter, auch mit erwachsenen Kindern, Hunde und Gepäckstücke kommen in der Hackordnung vor Ihnen. Also machen Sie sich keine übertriebenen Hoffnungen auf Rücksicht, Menschenrechte oder Ähnliche Gutmenschträume.
Sollte Sie nun die Ungewissheit quälen, wie, wann, wohin oder Ähnliches, werden Sie vorraussichtlich dem gelernten Reflex folgen und den/die Fahrer/in um Rat fragen wollen.
Damit beginnt verständlicherweise ein Kreuzweg, der für Sie kaum zu einem guten Ende führen kann.
Klassisch ist etwa folgender Dialog, der sich in Wiens Verkehrsmitteln täglich hunderte Male abspult.

Tourist: „Sagen Sie mal, wie komm ich denn hier zu eurer Dings, na, Oper, hä?“

Busfahrer: (schweigt entnervt, trägt Leidensmine zur Schau)

Tourist: „Hören Sie, ich will zu dieser Oper da, auf dem Stadtplan ist die ja hier etwa.“

Busfahrer: „Gengans vom Eingang weg, da wolln vielleicht ja Leit eisteigen!“

Tourist: Wiederholt eine Mischung aus Frage 1 und 2 mit erhöhtem Stresspegel.

Busfahrer: „Na i foahr sicher ned zur Oper, i bin der 38B, i foahr nach … (unverständlich)“

Tourist: (zeigt Anzeichen von Verzweiflung) „Jaja, aber wie jetzt, wir wollten uns eure Oper ja und ..“

Busfahrer: (Nach hörbarem Seufzen) „Heans, Sie kennan mitn 17A umme zur Mariahilfer, dann umsteign in die U3 und vom Stephansplatz gegans holt zfuas auffe des Stickerl. Obe waunns was besseres Wissen, bittscheen ..“

Man sieht ein, dass die kombinierte Anforderung aus Dialekt, mangelnder Ortskenntnis und fehlender Geduld die geneigten Besucher überfordern wird.
Dabei ist die Lösung verblüffend einfach, fragen Sie höflich und mit einem Gestus der Hilflosigkeit einen beliebigen Fahrgast. Niemand läßt sich die Gelegenheit entgehen, den sachkundigen Fremdenführer zu spielen. Außerdem rührt Ihre offensichtliche Bedürftigkeit das goldenen Wiener Herz.
Höchstwahrscheinlich stehen Sie ohnedies und seit längerem unmittelbar vor der Oper….
Am besten halten Sie sich an die ewig gültigen Prämissen des sozialen Umgangs:

Dos:

+ Brav sein!

+ Das Personal kommt gleich nach dem lieben Gott, vergessen Sie das nicht.

+ Eine formvollendete Frage an die Bediensteten der Wiener Verkehrbetriebe oder an andere Fahrgäste beginnt mit den geflüsterten Worten: „Entschuldigung, wären Sie bitte so freundlich mir zu sagen wie .. ?“

Don`ts:

- Alles andere…

Ämter, Behörden u.Ä.:
Das macht jetzt überhaupt keinen Sinn; lebenslange Sozialisation und Routine wäre für die einfachsten Ansinnen unumgänglich. Wenden Sie sich einfach und vertrauensvoll an Perfect Travel (siehe Notfälle). Wir regeln das gerne für Sie!

Dos:

+ Wenn Sie Kunde von Perfect Travel sind rufen Sie +43664 797 7989. Wenn nicht, Gott sei mit Ihnen!

Don`ts:

- Eigeninitiative kann Ihr Untergang sein. Kennen Sie das Haus das Verrückte macht aus „Asterix erobert Rom“?

- Ein Amt betreten, um eine simple Auskunft zu bekommen. Werfen Sie Ihr Leben nicht weg, lassen Sie’s gut sein.


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